Kurzführung mit Ingo Clauß durch die Ausstellung FORT. FANTASY ISLAND
Direktorinnenführung: So wie wir sind
Kurzführung mit Janneke de Vries durch „So wie wir sind“
Pop Up Kunstmarkt
Studierende der Hochschule für Künste Bremen bieten individuelle Stücke in kleiner Auflage an. Vom Sticker bis Ohrring oder Postkarte und zu fairen Preisen.
bis 23 Uhr
FORT. FANTASY ISLAND
Ein verwaister Drogeriemarkt mit leeren Regalreihen. Herzförmige Ballons, die durch die Ausstellung schweben. Ein Raum voller Schränke, aus deren Innern Kinderlieder erklingen. Die Ausstellung FANTASY ISLAND versammelt irritierende Werke. Alltagsszenarien und Objekte, die zunächst vertraut erscheinen, aber durch subtile Verfremdungen einen surrealen, bisweilen unheimlichen Charakter erlangen.
Das Künstlerinnenkollektiv FORT, bestehend aus Alberta Niemann (*1982 in Bremen) und Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt/Main), verbindet Kunst und Alltag auf besondere Weise. Mit pointiert eingesetzten Mitteln beschwören sie Geschichten von eindrücklicher Intensität. Dabei pendeln ihre Werke zwischen humorvoller Leichtigkeit und poetischer Tiefe.
FANTASY ISLAND zeigt auf über 800 m² eine große Bandbreite aus dem künstlerischen Schaffen des international renommierten Künstlerinnenkollektivs, von großformatigen Skulpturen, rätselhaften Objekten bis hin zu einer großen, raumgreifenden Soundinstallation, die speziell für Bremen entwickelt wurde. Gemein ist den Werken eine Atmosphäre der Melancholie, ein Gefühl von Verlust und Einsamkeit, das viele Menschen gegenwärtig teilen können.
Monochromie. Zur Ästhetik publizierter Kunst
Wie vielseitig ist Monochromie? Wie bunt ist einfarbig? Ob in rot, blau, grün, weiß oder schwarz – monochrome Werke gibt es in allen Farben und Nicht-Farben. Monochromie. Zur Ästhetik publizierter Kunst zeigt die verschiedenen Spielarten zeitgenössischer künstlerischer Auseinandersetzungen mit Farbe.
Konzeptionen mit komplett einfarbigen Flächen entstanden im Kontext der Künstlerpublikationen seit den 1950er Jahren mit dem Ziel der größtmöglichen Vereinfachung und Konzentration. In der Ausstellung sind Werke von über 60 Künstler*innen zu sehen, die die verschiedenen Ansätze der Monochromie und deren Bedeutung für die Kunst thematisieren. Die Künstler*innen beschäftigten sich dabei mit Aspekten der absoluten Abstraktion, der Emotionen, der Farbe und der Leere, bis hin zu dem philosophischen und religiösen Verständnis vom Nichts. Präsentiert wird das Monochrome in Form von Grafiken, Künstlerbüchern und -zeitschriften, Objekten und Malerei sowie im Kontext der Sound Art.
Beteiligte Künstler*innen:
Rozbeh Asmani, Robert Barry, Eric Baskauskas, Pierre Bismuth, Irma Blank, Doro Boehme, Christian Boltanski, Hugo Bonamin, Stanley Brouwn, James Lee Byars, John Cage, Leif Eriksson, Joseph Ernst, Hans-Peter Feldmann, Irene Friedman, Heinz Gappmayr, Michael Gibbs, Mathias Goeritz, Fernanda Gomes, Daniel Göttin, Nan Groot Antink, Kristján Guðmundsson, Paul Heimbach, Parker Ito, Jean Keller, Yves Klein, Imi Knoebel, Ferdinand Kriwet, Jean Le Noble, Sol LeWitt, Sergio Pesutic, George Maciunas, George Meertens, Felix Meyer, Bruce Nauman, Louise Nevelson, Olaf Nicolai, Jean- Michel Othoniel, Pratchaya Phinthong, Ad Reinhardt, Boyd Rice, Winston Roeth, Allen Ruppersberg, Karin Sander, Conrad Schnitzler, Yann Sérandour, Ettore Spalletti, Diana Sprenger, Endre Tót, Jiří Valoch, Bernard Villers, Jan Voss, herman de vries, Peter Willen, Euan Williams, Ian Wilson und andere / and others.
Martin Reichmann. Hyper!ons Epiphysis
Massive Skulpturen, schuttartiger Relikte – die Werke von Martin Reichmann haben einen brachialen Charakter. Sein bevorzugtes Material ist Beton. Ein Werkstoff, den er in grobschlächtige Skulpturen verwandelt, darunter Abgüsse von Lautsprechern und Pferdeköpfen, die nicht selten zentraler Bestandteil von Rauminszenierungen oder Performances werden. Trash und Antike, Pop- und Erinnerungskultur, verschiedenste Ansätze begegnen und verbinden sich hier mit spielerischer Wucht.
Für seine erste institutionelle Einzelausstellung bringt Martin Reichmann neue Werke zusammen. Ungeschliffene Skulpturen aus Beton, welche sich auf Kulturgüter aus verschiedenen Zeiten und Epochen beziehen. Gebrochene Säulen, die nichts mehr tragen. Daneben abgeformte Objekte zwischen banalem Fundstück, Antiken-Kitsch und selbstbewusst künstlerischem Entwurf. Oder mit den Worten Reichmanns gesprochen: „ruinierte Relikte, lackierte Geschichte, kalzifizierte Gehirne.“
Verfall und Zerstörung begreift Reichmann nicht als Niedergang, sondern als dynamischen Prozess, der beides erlaubt, Vor- und Rückschau gleichermaßen. Seine Skulpturen sind so betrachtet Boten für einen noch zu gestaltenden Transformationsprozess. Denn in den „Trümmern von Heute“ stehend stellt sich die Frage: Quo vadis? Wohin mit dieser Gesellschaft?
Ergänzt wird die Ausstellung durch Videoarbeiten. Darüber hinaus entsteht eine Künstlerzeitung als kostenlose Edition zum Mitnehmen.
Martin Reichmann (*1989) lebt und arbeitet in Bremen. Er studierte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und der Hochschule für Künste Bremen, wo er 2022 seinen Abschluss als Meisterschüler bei Ingo Vetter absolvierte. 2022 wurde Reichmann der Karin Hollweg Preis verliehen, einer der höchstdotierten Förderpreise aller Kunsthochschulen in Deutschland.
Eröffnung: 20. Juni 2024, 19 Uhr
20. Juni 2024, 18 bis 20 Uhr DJ-Sets in der Ausstellung im Rahmen von THREE`S A PARTY.
Eintritt frei
Ausstellung im Projektraum
Kuratiert von Ingo Clauß