Flaggen sind starke politische Symbole, die vielfältig in künstlerischen Werken aufgegriffen werden. Sie stehen für gemeinschaftliche Überzeugungen und Werte, betonen nationale Souveränität, markieren territoriale Grenzen, schließen ein und aus. Flaggen werden aber auch für Protest und Widerstand genutzt. Sie sind fester Bestandteil gesellschaftlicher Konflikte, die auf den Straßen dieser Welt ausgetragen werden.
Die Ausstellung What is the Proper Way to Display a Flag? in der Weserburg konzentriert sich auf aktuelle Positionen aus einem internationalen Kontext, um mittels zeitgenössischer Kunstproduktion über die Bedeutung, die Wirkmacht und den Einsatz von Flaggen nachzudenken. Die ausgewählten Werke zeigen künstlerische Strategien, die Flaggen als Material oder als inhaltlichen Bezugspunkt nutzen, darunter raumgreifende Installationen, Malerei, Fotografie und Videoarbeiten. Mit The Girl with the White Flag ist zudem eine neue, partizipative Installation von Fernando Sánchez Castillo zu sehen.
So wie wir sind 4.0
So wie wir sind 4.0 stellt rund 100 Werke von mehr als 80 Künstler*innen und -gruppen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten zusammen. 5 Themenareale auf 2.500 qm geben Einblick in die internationale Kunst von den 1960er Jahren bis in die heutige Zeit: Körperwelten, Deutschlandbilder, Ästhetischer Widerspruch, Ver-rückter Alltag und Minimalistische Tendenzen. Ergänzt werden diese thematischen Setzungen von einer Reihe von Künstler*innenräumen und einer außergewöhnlichen Kunstbar, einem ehemaligen Filmset. Auf diese Weise ergeben sich unerwartete Lesarten der Kunst der Gegenwart quer durch alle Medien. Die ausgestellten Arbeiten speisen sich dabei aus einer Vielzahl von privaten Sammlungen, aus den eigenen Beständen und aus Leihgaben von Künstler*innen.
UNTIL WE MEET AGAIN. Place-Making in Southeast Asia
UNTIL WE MEET AGAIN. Place-Making in Southeast Asia nimmt den Akt des Schreibens als Ausgangspunkt, um über eine Vielzahl von aktuellen Kunstpraktiken in und um Südostasien nachzudenken. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Komplexität des Lesens, Performens, Verstehens und Übersetzens dieser Bilder und Texte.
Ökonomische, politische und postkoloniale, aber auch soziokulturelle und künstlerische Einflüsse haben die Entstehung der vervielfältigten, publizierten und veröffentlichten Kunstwerke in den jeweiligen Ländern Südostasiens beeinflusst. In den Künstlerpublikationen, die oft auch in englischer Sprache veröffentlicht werden und erst in den letzten Jahrzehnten vermehrt erschienen sind, spiegelt sich teilweise noch das Erbe kolonialer Herrschaft und diktatorischer Regime. Einige der Werke vermitteln mit ihren Kontexten und ihrer ureigenen Bildsprache zum einen besondere kulturelle und gesellschaftliche Einblicke in den südostasiatischen Kulturkreis und zum anderen einen Eindruck von verschiedenen Ländern Südostasiens.
UNTIL WE MEET AGAIN. Place-Making in Southeast Asia wurde als Forschungsprozess entwickelt, um Künstlerbücher zu identifizieren, ausfindig zu machen, zu sammeln und zu diskutieren. Zu sehen ist eine breite Auswahl von Künstlerbüchern sowie Künstlerzeitschriften, Grafiken und grafische Arbeiten, Künstlerpostkarten, Multiples, Radiokunst, Schallplatten und CDs von rund 60 Künstler*innen. Das Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst gehört zu den wenigen Institutionen in Europa mit einer Sammlung südostasiatischer zeitgenössischer Kunst. Sie wird mit dieser Ausstellung erstmals umfänglich präsentiert.
Eine Ausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen
Teresa Burga. Die Seiltänzerin
Die peruanische Künstlerin Teresa Burga (1935-2021) gilt als eine der Wegbereiterinnen von Pop Art und Konzeptkunst in Lateinamerika. Seit den 1960er Jahren erweist sie sich als detailgenaue Protokollantin der zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse. Ihr umfangreiches Schaffen umfasst sowohl Gemälde und Environments, die der Pop Art zuzuordnen sind, als auch konzeptuelle Zeichnungen und Objekte sowie kybernetische Installationen. Der verbindende Faktor in diesem medial und formal-ästhetisch breiten Spektrum ist das konsequente Bestreben der Künstlerin, komplexe gesellschaftliche Strukturen ebenso sichtbar zu machen wie die Möglichkeit des Einzelnen zu selbstbestimmtem Handeln.
Die Ausstellung in der Weserburg zeigt zum ersten Mal ihre letzte Zeichnungsserie, die zwischen 2019 und 2021 in der Zurückgezogenheit der Coronazeit entstanden ist. Diese letzten Blätter werden mit Zeichnungen und einer raumgreifenden Installation aus den 1960er Jahren kombiniert und verknüpfen sich auf diese Weise formal wie inhaltlich mit ihrem Gesamtwerk. Teresa Burga verstarb im Februar 2021 im Alter von 84 Jahren.
The Use of Color. Nan Groot Antink und Fransje Killaars
Die unterschiedliche Verwendung von Farbe ist das Thema der beiden niederländischen Künstlerinnen Nan Groot Antink und Fransje Killaars.
Nan Groot Antink (*1954) arbeitet dabei mit Farben, die sie selbst aus Pflanzen und anderen natürlichen Materialien herstellt. Für die Künstlerin Antink sind die materiellen Aspekte der Pflanzenfarben und die Art und Weise, wie sie angewendet werden, bestimmende Elemente – für ihre Gemälde, Aquarelle, Installationen und Drucke sowie ihr 2022 entstandenes Künstlerbuch.
Charakteristisch für die Kunst von Fransje Killaars (*1959) sind lebendige Farben und Farbkontraste. Dabei verwendet Sie oft verschiedene Arten von Textilien, um eine optimale Wirkung zu erzielen. In ihren Künstlerbüchern, Objekten und Installationen verwendet sie Textilien als Ausgangsmaterial, um die Betrachter*innen in ihre Welt zu ziehen.
Kabinettausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen
Silvia Bächli. Lange Linien lang
Silvia Bächli (*1956 in Baden, lebt in Basel) gilt als eine der wichtigsten zeichnerischen Positionen ihrer Generation. Seit 40 Jahren bereichern ihre Arbeiten in Tusche, Pastellkreide oder Gouache die älteste Gattung der Bildenden Kunst mit neuen und unerwarteten Impulsen. Dementsprechend ist ihr Schaffen international anerkannt – so hat sie ihr Heimatland 2009 im Schweizer Pavillon der Biennale Venedig vertreten und hatte Einzelausstellungen an so wichtigen Häusern für Gegenwartskunst wie dem Centre Pompidou in Paris, dem Museu Serralves in Porto, dem Kunstmuseum St. Gallen, der Pinakothek der Moderne in München, dem Mamco in Genf oder der Kunsthalle in Karlsruhe. Im Sommer 2022 zeigt nun die Weserburg Museum für moderne Kunst auf rund 1.000 Quadratmetern die erste umfängliche Einzelpräsentation der Künstlerin in einem nordeuropäischen Museum. Silvia Bächli. Lange Linien lang führt Arbeiten der letzten 15 Jahre mit einer jüngst entstandenen Werkgruppe von Zeichnungen, Skulpturen und einigen Künstlerbuchprojekten zusammen.
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