Ist ARTIC eine Zeitschrift? Ist ARTIC Kunst? Ist ARTIC ein Konzept? ARTIC hat Buchhändler, Druckerinnen, Gestalter, Künstlerinnen, Autoren und sich selbst an den Rand der Verzweiflung getrieben. Aber vielleicht macht es auch Sinn, etwas zu machen, das eigentlich nicht geht, weil es die Ökonomie auf den Kopf stellt. Und am Rand der Möglichkeiten wird der Umfang der Wirklichkeiten sichtbar. Das Projekt ARTIC präsentiert in dieser Kabinettausstellung seine aktuelle Ausgabe zum Thema „eigen“ und gewährt einen Einblick in die 25-jährige Produktionsgeschichte.
Jede Ausgabe (à 1000 Ex.) versammelt bislang unveröffentlichte Texte & Bilder (Essays, Prosa, Grafiken, Fotos etc.) bekannter und weniger bekannter Urheber zu einem jeweils wechselnden Thema. Das pro Ausgabe eigens entwickelte Layout, der handgemachte (!) Umschlag und von Künstlern direkt ins Heft gearbeitete Seiten vervollständigen das Konzert der unterschiedlichen Disziplinen.
ARTIC ist ein Non-Profit-Projekt und erscheint alle zwei Jahre.
Eine Ausstellung des Zentrums für Künstlerpublikationen
einfach gut. Design aus Dänemark
Das Schlagwort „Dänisches Design“ begegnet uns überall in Wohnzeitschriften und Lifestyle-Formaten. Doch wie konnte Design sowohl der Außenwahrnehmung des Landes als auch innerhalb der dänischen Gesellschaft eine so zentrale Rolle einnehmen? Die Ausstellung zeigt Klassiker der Designgeschichte, aber erlaubt vor allem einen Vergleich mit zeitgenössischen Positionen. Wie gehen heutige GestalterInnen mit dem dänischen Erbe um? Gilt noch das Ideal handwerklicher Perfektion und sorgfältiger Materialauswahl? Verfolgen auch junge DesignerInnen einen gesellschaftskritischen Anspruch? Ist Nachhaltigkeit ein aktuelles Thema oder doch eher ein oberflächliches Marketinginstrument?
Anhand ausgewählter Designobjekte von 1945 bis heute wird nicht nur Designgeschichte erzählt, sondern auch ein Porträt Dänemarks gezeichnet: vom Traum der Wohlfahrtsgesellschaft (Design für alle!) bis zum heutigen globalisierten Design mit gesellschaftspolitischer Verantwortung. Zu sehen sind sowohl Möbelklassiker von Arne Jacobsen, Finn Juhl, Verner Panton und anderen, aber auch neue Designlösungen wie einen wasserreinigenden Strohhalm oder ein Medikamenten-Dosiersystem.
Junge Sammlungen 05. What Paradise? – Sammlung Peters-Messer
I am not a piece of shit I am a piece of society – mit kraftvoll auf die Leinwand gemalten Lettern bringt es der Künstler Bjarne Melgaard auf den Punkt: Kunst fordert ihren Ort in der Gesellschaft. Florian Peters-Messer, Immobilienunternehmer aus Viersen, hat seit Mitte der 1990er Jahre über 350 Werke aktueller, internationaler Kunst zusammengetragen, die in dieser Form erstmals in einem musealen Kontext vorgestellt werden. Die Ausstellung präsentiert eine zugespitzte und scharf konturierte Auswahl von hochpolitischen, mitunter brisanten Werken, die auf kritische, oft beklemmende Weise soziale Verwerfungen unserer Zeit aufgreifen. Der Titel „What Paradise?“, angelehnt an ein Werk von Kon Trubkovich, fragt dabei nicht nur nach verlorengegangenen Verheißungen. Es geht auch um den Einzelnen, um seine Hoffnungen und Möglichkeiten in einer immer komplexer und undurchsichtiger erscheinenden Welt, die durch Globalisierung und Digitalisierung anscheinend alles für verfügbar hält und doch kaum noch zu greifen ist. Die Ausstellung nimmt ganz bewusst das Verhältnis von Ästhetik und Ethik in den Blick und damit die soziale Funktion der Kunst insgesamt.
What Paradise? versammelt international renommierte und vielfach diskutierte Positionen, darunter Kader Attia, Thomas Hirschhorn und Santiago Sierra, aber auch noch zu entdeckende Künstlerinnen und Künstler einer jungen Generation wie Viktoria Binschtok oder den Iraner Arash Hanaei, der mit seiner schockierenden Textarbeit Death of a Photographer vertreten ist. Neben zum Teil großformatigen Fotoarbeiten, Skulpturen und Videos, einem Gemälde und mehreren Zeichnungen wird auch eine raumgreifende, kinetische Installation des US-Amerikaners Jon Kessler zu sehen sein.
Battle of Print: Hands on Vinyl
![]() Battle of Prints: Hands on Vinyl Der »Battle of Print« im Wilhelm Wagenfeld Haus ist zurück! Der Battle of Print wird juriert durch: Rahmenprogramm zur Ausstellung: Dienstag, 4.September 2018, 18 Uhr, Wilhelm Wagenfeld Haus Samstag, 8. September 2018, 13 bis 18 Uhr, Wilhelm Wagenfeld Haus Mo., 10. September 2018, 18 Uhr, Dechanatstraße 13-15, Gebäude der HfK, Treffpunkt im Hof Di., 11. September 2018, 18 Uhr, Wilhelm Wagenfeld Haus |
Antarctica – Sonderausstellung
Für die meisten von uns ist sie bis heute „Terra incognita“, ein unbekanntes Land – die Antarktis. Mit rund 13,2 Millionen Quadratkilometern Fläche ist der eisige Kontinent größer als Europa und Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten zu Wasser wie an Land. Mit „Antarctica“ öffnet das Übersee-Museum ein einzigartiges Schaufenster in diesen von Menschen unbewohnten Lebensraum, der als eines der letzten intakten Ökosysteme unserer Erde gilt.
Auf den Spuren von Luc Jacquet, dem oscarprämierten Regisseur des Filmes „Die Reise der Pinguine“ entführt Sie diese multimediale Ausstellung in die Antarktis. Mit seinem Team brach er 2015 zu einer 45-tägigen Expedition in das Adélieland auf. Anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris sollte diese Reise die Aufmerksamkeit auf ein schützenswertes Gebiet ohne offizielle Vertretung lenken. Dem elfköpfigen Team gelangen beeindruckende Film- und Fotoaufnahmen, wie sie noch nie zuvor mit der Kamera eingefangen wurden. Umgeben von Filmsequenzen auf großflächigen Leinwänden, begleitet von einer Geräuschkulisse aus pfeifendem Wind und Vogelgeschrei, erleben Sie als zwölftes Teammitglied die Tierwelt der Antarktis hautnah. Hier finden Sie sich inmitten einer Kaiserpinguin-Kolonie auf Augenhöhe wieder oder begleiten Robben auf der Jagd unter dem Eis.
Diese von Luc Jacquet kuratierte Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Musée des Confluences in Lyon, Frankreich. Die Ausstellung wird mit Forschungsergebnissen des Alfred-Wegener-Instituts sowie Exponaten verschiedener Museen ergänzt.
FURTHER THOUGHTS ON EARTHY MATERIALS
GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst
15. September – 23. Dezember 2018
+++ verlängert bis zum 23.12.2018 +++
FABIO CIRILLO, WILLIAM COBBING, CHRIS CURRERI,
CHARLOTTE DUALÉ, KASIA FUDAKOWSKI/REAL MADRID,
ASANA FUJIKAWA, ANNA HERMS, NINA HOFFMANN & KATHRIN SONNTAG, JUDITH HOPF, KRIS LEMSALU, ALEX MÜLLER,
ANDREJ POLUKORD, ALBERTA SAUKAITYTÉ, IRENE STRESE,
DORIS WEINBERGER, JESSE WINE
Kunsthaus Hamburg
11. September – 25. November 2018
SUSE BAUER, KATINKA BOCK, NEIL BROWNSWORD, WILLIAM COBBING,
ANNA LENA GRAU, ILANA HARRIS-BABOU, EMMA HART, JUDITH HOPF, EMRE HÜNER,LOU MASDURAUD & ANTOINE BELLINI, KATE NEWBY,
NICOLÁS OSORNO, PABLO SCHLUMBERGER,KERSTIN STOLL,
JENNIFER TEE, INGO VETTER, FRANZISKA WINDOLF,
JESSE WINE, XIAOPENG ZHOU
In Zeiten, in denen zeitgenössische Kunst verstärkt die Bedingungen und Ästhetiken virtueller Realitäten reflektiert, posthumane Theorien virulent sind und die Digitalisierung der Welt eine Faszination an Oberflächen und gefundenen Bildern geschaffen hat, wird parallel eine Kunstproduktion offensichtlich, die bewusst haptische Materialien und (kunst-)handwerkliche Herstellungsprozesse einsetzt.
Das zweiteilige Ausstellungsprojekt Further Thoughts on Earthy Materials in GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen und Kunsthaus Hamburg untersucht, welche Fragestellungen der Hinwendung zu den Techniken und dem Material der Keramik in der künstlerischen Produktion des 21. Jahrhunderts zugrunde liegen. Further Thoughts on Earthy Materials versammelt Arbeiten einer jüngeren Künstler/innengeneration, die ungewöhnliche Wege im Umgang mit keramischem Material gehen – Arbeiten, die nicht für ein Revival von Traditionen oder eine künstlerische Rückwärtsbewegung stehen, sondern für neue Wege mit traditionellen Verfahren und Themenstellungen. Die Kapitel in Bremen und Hamburg widmen sich dabei unterschiedlich gelagerten Aspekten in zwei Gruppenausstellungen.
Das Ausstellungskapitel in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen nimmt eine Prämisse in den Blick, die dem erdhaften Materialien bereits inhärent ist: den Körper.
So zeigt sich die Anwesenheit des Körpers im klassischen keramischen Herstellungsverfahren, indem das Material mit den Händen geformt und aufgebaut wird, die Produzent/innen unvermeidlich Spuren hinterlassen und sich so im Objekt abbilden – was im Ergebnis den Unikatcharakter des Entstandenen wesentlich ausmacht. Aufgrund der dem keramischen Prozess innewohnenden Körperverbundenheit scheint es daher nur folgerichtig, dass der Körper in vielen künstlerischen Auseinandersetzungen mit der gebrannten Erde auch zu einer inhaltlichen Bezugsgröße wird.
In der GAK-Ausstellung äußert sich diese im befragten Material selbst angelegte Perspektive im klassischen keramischen Objekt ebenso wie in der installativen Anordnung, in Film, Fotografie, Audioeinspielung, Diaprojektion oder Performance. Ähnlich weit gefasst sind die Themenstellungen, mit denen körperliche Aspekte mithilfe von Lehm, Ton oder Erde untersucht werden. Die Arbeiten im GAK-Kapitel von Further Thoughts On Earthy Materials verorten sich sowohl im Intuitiven als auch im Rationalen, in der Abstraktion als auch in der Gegenständlichkeit. Körperabbilder, -zustände, -verfremdungen, –grenzen oder -wahrnehmungen werden von unterschiedlichen Perspektiven eingekreist. Fragen nach Körperoptimierungen in neoliberalen Zeiten, der Grenze zwischen Außen- und Innenwahrnehmung oder Geschlechterzuschreibungen werden ebenso verhandelt wie nach dem Verhältnis von Mensch und Tier, künstlerischen Produktionsprozessen oder politischen Zuständen.
Kuratiert von Janneke de Vries
Das Ausstellungskapitel im Kunsthaus Hamburg folgt dem Paradox des Materials der gebrannten Erde: Die Keramik gilt als eine der ältesten Kulturtechniken der seriellen (Re)Produktion (unter anderem als Ziegel oder in der Porzellanherstellung). Neben seiner Serialität hat das Material aber auch besondere haptische Qualitäten, die das unmittelbare und individuelle Gestalten unterstützen. Der Ton lässt sich mit bloßen Händen bearbeiten, setzt aber gleichzeitig umfängliche Fachkenntnis und zeitintensive Handwerkstechnik voraus.
Das Kunsthaus-Kapitel präsentiert daher künstlerischen Positionen, die keramische Techniken als Medium der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Technologien und Fragestellungen nutzen und auf ihre Aktualität hin befragen: Welche Rolle spielt in Zeiten von 3D-Scans und -Druckern das Nachbilden, Abbilden und Reproduzieren von dreidimensionalen Formen mit gebrannter Erde? Welche materiellen, kulturellen, historischen und technischen Implikationen bringt das Medium mit sich? Die ausgewählten Arbeiten knüpfen an Fragen nach der Bedeutung von Serialität und Originalität ebenso an wie an die archäologische, anarchische und dystopische Qualität des Materials. Gerade die Schnittstelle von angewandter und bildender Kunst macht das Medium sensibel für die feinen Unterschiede von Gebrauchs- und Kulturwerten. Was macht das Gefäß, den Ziegel, den Abguss zur Skulptur, zur Kunst, zur Geschichte?
Kuratiert von Katja Schroeder
Die Ausstellungen werden von einem umfassenden Begleitprogramm ergänzt, das abwechselnd in Hamburg und Bremen stattfindet.
Im Anschluss an die Ausstellungen erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther König.
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