Eine Kabinettausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen.
Alltäglich und doch besonders: das Medium Buch besticht in Gestalt eines Kunstwerks durch unterschiedlichste Erscheinungsformen. Das Zentrum für Künstlerpublikationen richtet unter dem Motto „Vielfältig Mehrseitig“ den Blick auf jene Künstlerbücher, die durch eine besondere Art der Bindung, eine außergewöhnliche Form oder ein überraschendes Detail von der herkömmlichen Erscheinungsweise des Buches abweichen.
Die Kabinettausstellung zeigt eine internationale Auswahl aus eigenen Beständen, von den 1960er Jahren bis heute. Mit Arbeiten von Claudia Christoffel, Pavlos, Dan Perjovschi, Ann Carolin Renninger, Pedro Stoïchita, Timm Ulrichs, Jiří Valoch, Von weit her(geholt) und vielen anderen.
Andrea Bowers. Light and Gravity
Mit Andrea Bowers zeigt die Weserburg Museum für moderne Kunst eine der wichtigsten politisch-feministischen künstlerischen Positionen der Gegenwart.
Politisches Engagement und künstlerische Arbeit sind für die US-Amerikanerin Andrea Bowers (geb. 1965 in Ohio, lebt in Los Angeles) nicht zu trennen. Seit über zwei Jahrzehnten steht sie für eine künstlerische Position, die eine durchdachte ästhetische Praxis mit einer politischen Haltung aus einer feministischen Perspektive heraus verbindet. Ziviler Widerstand und dessen Übertragung in eine künstlerische Sprache finden sich in ihrem Schaffen in einer gekonnten Balance, indem sie gesellschaftsrelevante Inhalte mit konzeptuellen und formalen Ansätzen vereint. Ihre Beschäftigung mit unterschiedlichen Formen gewaltlosen Protests ist dabei von einem historischen Bewusstsein und einer archivarischen Neugierde gegenüber der Geschichte des politischen Aktivismus und des Feminismus sowie deren visueller Sprache motiviert.
KlangTräume. Musik, Geräusch und Klangerlebnis
Mitmachausstellung vom kek Kindermuseum in Kooperation mit akki e.V. Düsseldorf und der Weserburg Museum für moderne Kunst.
Ausprobieren, spielerisches Experimentieren, Verändern und Mitgestalten ist ausdrücklich erwünscht! In der Mitmachausstellung KlangTräume kann man die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten neu erfinden, Melodien hüpfen, Lautstärke fühlen, Klangfarben zusammenstellen, Tonhöhe im Buddelschiff kennenlernen, 100 m lang seine eigene Stimme hören, an der großen Spieluhr verschiedene Rhythmen einstellen, den Herzschlag ganz laut hören, mit der Stimme spielen.
Kapielskis Buch-, Flach- und Krachwaren
Kabinettausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen.
Mit Künstlerbüchern vom Bestwerliner Tunkfurm (1984)bis zu Leuchten. A- und So-phorismen (2016) gibt die Ausstellung einen Überblick über das publizierte Werk des Berliner Künstlers, Schriftstellers und Musikers Thomas Kapielski (*1951). Seine Alltags- und Kunstbetrachtungen sind außerordentlich komisch, kritisch und philosophisch, präzise und treffsicher in Wort und Bild. Präsentiert wird zudem sein akustisch-musikalisches Werk. Kapielski ist u.a. aktiv im Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester.
Mattia Denisse: STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker
Mattia Denisse wurde 1967 in Frankreich, in Blois geboren, der Stadt von Jean Eugène Robert-Houdin (1), Denis Papin (2) und René Guénon (3). Seit 1999 lebt er in Lissabon und unternahm von dort ab Mitte der 2000er Jahre zahlreiche Reisen in das brasilianische Amazonasgebiet und auf die Kapverdischen Inseln. Die vorwiegend grafischen Werke und Texte, die nachfolgend entstanden, ähneln in ihrem Realismus den Zeichnungen eines Feldforschers. Sie dokumentieren Eindrücke von exotischen Landschaften und Vegetationen, aber eben auch von Mythen und kollektiven Erzählungen, die Eingang in Denisses fantastischen Bild- und Gedankenwelten finden. Dazu spielen Einflüsse der französischen Avantgarde-Literatur eine wichtige Rolle, insbesondere zu Alfred Jarry, Gründungsvater der „Pataphysik“ – als eine „Wissenschaft von den imaginären Lösungen, die die Denkskizzen symbolisch mit den Eigenheiten von Objekten, beschrieben durch ihre Möglichkeit, in Zusammenklang bringt“ – wie zu Raymond Roussel und René Daumal. So begann laut Denisse seine Reiselust in früher Kindheit mit Daumals unvollendetem Roman „Le Mont Analogue“ (1939) über einen Berg, der geographisch nicht verortbar ist und so faktisch nicht existiert, dessen mythischer Gipfel aber dennoch erreicht wurde.
In den über hundert Werken der Ausstellung verschmelzen autobiografisch Gesehenes, Erinnertes und Imaginiertes mit pata- und metaphysischen Spekulationen zu einer einzigartigen visionären Reise. Ob der Betrachter dabei auf Affen trifft, die als Anthropologen die Welt der Menschen betrachten, oder auf Eidechsen, die dem Alkoholismus verfallen sind: Die Blickwinkel drehen und wenden sich, und absurder Humor, karnevaleske Wortspiele und surreale Übersteigerung zeigen nicht nur den künstlerischen, sondern auch subversiven Wert von Denisses Phantasien.
„STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker“ ist die erste Werkschau des Künstlers in Deutschland. Sie zeigt eine Auswahl von frühen Zeichnungen und Monotypien sowie Neuproduktionen, wie die Siebdruckreihe „STATIV“ und eine Doppel-Diaprojektion. Die Ausstellung ist als ein Buch in drei Kapiteln angelegt, ohne Anfang und Ende. Sie gibt daher keine Richtung vor sondern soll als eine literarische Erweiterung seiner tautologischen Werke, als ein zwischen Philologie und Parodie, Wahrheit und Fiktion schwebendes Geflecht von Bezügen und Anspielungen gelesen werden. In Bild und Text bietet sie so eine andere Form der Annäherung an das, was nicht zu sehen, was nicht niedergeschrieben ist und so als magisches Objekt von seinem Betrachter Besitz ergreifen mag.
(1) 1805-1871. Zauberkünstler, der unter anderem den berühmten Trick des „ätherischen Knaben“, Vorläufer der „Schwebenden Jungfrau“, erfunden hat.
(2) 1647-1712. Physiker, Mathematiker und Erfinder, der zu Vakuum, Dampfkraft und Wasser gearbeitet hat. Eine seiner Erfindungen war der Dampfkocher.
(3) 1886-1951. Autor von Schriften zur Metaphysik und Esoterik.
Kuratiert von Regina Barunke
Fotos: Simon Vogel, Köln
- Mattia Denisse: STATIV VERLAG – Der Affe Anthropologe, 2018/19
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
- Mattia Denisse. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2019
Wilhelm Wagenfeld: Leuchten

Wilhelm Wagenfeld: Tischlampe, 1924″, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Wilhelm Wagenfeld: Leuchten widmet sich im Rahmen des 100-jährigen Bauhausjubiläums den Leuchtenentwürfen Wilhelm Wagenfelds. Im Zentrum steht seine berühmte Tischleuchte von 1924, die wie kaum ein anderes Objekt mit dem Bauhaus verbunden wird. Die Ausstellung verfolgt, wie sich die Bauhausidee in den 1950er- bis 1970er-Jahren im Werk Wagenfelds weiterentwickelt.
Führt er das Bauhaus-Projekt fort oder erarbeitet er ganz neue Ansätze? Zeitgenössische Leuchtentwürfe erweitern den Blick und zeigen, wie heutige DesignerInnen an Wagenfelds OEuvre anknüpfen.
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